21-Jährige setzte sich mutig für die Rechte von Christen ein
Iran – Die 21-jährige Christin Fatemeh (Mary) Mohammadi befindet sich im Gefängnis von Ghartschak südlich von der iranischen Hauptstadt Teheran. Das bestätigte jetzt der Nachrichtendienst Article18. Nach ihrer Verhaftung am 12. Januar war Mohammadis Familie wochenlang im Unklaren über ihren Verbleib. Im Dezember hatte die Englischstudentin über Twitter von ihrer Exmatrikulation durch die Azad-Universität (Teheran) berichtet.

Fatemeh „Mary“ Mohammadi (Quelle: Pirooz Farbod)


Mit 19 bereits im Gefängnis wegen ihres Glaubens
Die ehemalige Muslima Fatemeh nennt sich selbst Mary, seit sie zum christlichen Glauben konvertiert ist. Trotz ihres jungen Alters hat sie sich in der Vergangenheit mehrfach öffentlich für die Rechte von Christen eingesetzt und zu ihrem christlichen Glauben bekannt. Mit 19 Jahren war sie bereits 6 Monate im Gefängnis wegen angeblicher „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ und „Propaganda gegen die Islamische Republik“. Ihr Glaube und ihre öffentlichen Aktivitäten könnten auch der Grund für ihre Exmatrikulation im Dezember 2019 sein, da in der Vergangenheit Angehörigen religiöser Minderheiten immer wieder der Zugang zu Bildungseinrichtungen verwehrt wurde. Eine offizielle Begründung war nicht angegeben worden.

Das zuständige Gericht teilte Marys Familie mit, dass sie gegen Zahlung einer Kaution wieder auf freien Fuß kommen kann. Während die Familie bemüht war, das Geld aufzutreiben, wurde der Fall jedoch an eine höhere Instanz übergeben. Daher ist die Entscheidung über eine Freilassung gegen Kaution derzeit unsicher. Mary durfte zwischenzeitlich mit ihrer Familie telefonieren und versicherte, es gehe ihr gut.
Marys Schicksal und ihr zwischenzeitliches Verschwinden erregten weltweit Aufmerksamkeit. Selbst US-Präsident Donald Trump erwähnte die außergewöhnlich mutige junge Christin bei seiner Rede anlässlich des jährlichen nationalen Gebetsfrühstücks in Washington D. C. am 6. Februar.

Nasser Navard Gol-Tapeh ist „zuversichtlich, weil Gott seine Kinder nicht vergisst“
Einen erstaunlich standhaften Glauben beweist auch der zu zehn Jahren Haft verurteilte Konvertit Nasser Navard Gol-Tapeh. Der 58-Jährige sitzt seit Januar 2018 wegen seines Glaubens in Haft (siehe hier). In einem auf den 31. Januar 2020 datierten Brief schreibt er:
„Ich bin in allen Nöten zuversichtlich und glaube, dass ich durch den, auf den ich hoffe, meine Freiheit zurückgewinnen werde, weil der Herr, unser Gott, seine Kinder nicht vergisst … Also lasst mich mutig sein und sagen: Der Herr ist mein Helfer.“
Gleichzeitig bittet Gol-Tapeh: „Denkt in euren Gebeten immer an mich“ und weist in dieser Hinsicht auch auf seine Familie hin. Sein größter Wunsch ist, dass auch sie zu Nachfolgern Jesu werden.
Auf dem Weltverfolgungsindex 2020 steht Iran an 9. Stelle unter den Ländern, in denen Christen am stärksten wegen ihres Glaubens verfolgt werden.
Quellen: Article18, Open Doors