Steigerung des Unwohlseins bereits nach fünf Minuten individueller Recherche / Veröffentlichung in Zeitschrift für Psychologie
Bereits eine kurze Internetsuche nach den empfundenen Symptomen kann die eigene Sorge, ernsthaft erkrankt zu sein, direkt steigern. Den Effekt von „Doktor Google“ weist eine aktuelle Studie aus der Arbeitsgruppe um Professor Dr. Alexander Gerlach vom Lehrstuhl für Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität zu Köln nach. Die Studie erscheint in Ausgabe 02/2020 der Zeitschrift für Psychologie.

Bioingenieure werden schon bald künstliche Organismen entwickeln, die neue Anwendungen in Medizin und Industrie ermöglichen. Beat Christen diskutiert deren Nutzen und Risiken.
 
Jedes Lebewesen auf der Erde hat Eltern, Grosseltern und Urgrosseltern und steht in einer ununterbrochenen Abstammungslinie zu den allerersten Organismen, die vor Milliarden von Jahren hier gelebt haben. Bald werden wir jedoch Lebewesen kennen, die keine solche direkte Abstammung haben. Die ersten dieser Lebewesen werden Bakterien sein. Bioingenieure werden solche Bakterien am Computer entwickeln, speziell zugeschnitten auf Anwendungen in der Medizin, Industrie oder Landwirtschaft. Mithilfe von DNA-​Synthesegeräten werden sie deren Genom von Grund auf neu herstellen und damit künstliche Organismen entwickeln.



Ein Etappenziel auf dem Weg zu künstlichen Organismen: Beat Christens Gruppe an der ETH Zürich
erstellte das erste vollständig künstliche Genom eines Bakteriums. (Bild: ETH Zürich / Agnieszka Wormus)

Auch 2020 bittet Zeckenforscherin Prof. Dr. Ute Mackenstedt die Bevölkerung um Mithilfe
Montag, 02. März bis Mittwoch, 04. März 2020: 5. Süddeutscher Zeckenkongress
Über 3.500 Exemplare bescherten bereits neue Erkenntnisse
Zwei neue Tropenzecken, zwei neue Risikoquellen: Nach den ersten Funden der tropischen Hyalomma-Zecke und der Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) in Deutschland bat Prof. Dr. Ute Mackenstedt von der Universität Hohenheim in Stuttgart vor knapp einem Jahr, verdächtige Zecken einzusenden. Nach Untersuchung von über 3.500 Exemplaren gibt die Forscherin vorläufige Entwarnung mit Blick auf das Krim-Kongo Hämorrhagische Fieber und das Arabisch Hämorrhagische Fieber: die gefürchteten Tropenkrankheiten seien bislang bei keiner der eingesendeten Hyalomma-Zecken nachgewiesen worden. Allerdings trügen knapp ein Drittel dieser Tropenzecken Rickettsien in sich – den Erreger des sogenannte Zecken-Fleckfieber. Auch in Bezug auf die braune Hundezecke Rhipicephalus konnten bereits neue Erkenntnisse gewonnen werden. Da diese Zeckenart in Wohnungen und Häusern überleben und sich dort zu einer echten Plage entwickeln kann, ist der Nachweis sehr wichtig. Die Untersuchungsergebnisse präsentierte die Zecken-Expertin auf der heutigen Pressekonferenz in Schloss Hohenheim und bittet die Bevölkerung auch weiterhin um die Zusendung ungewöhnlicher Zeckenfunde. Weitere Infos, Bild- und Videomaterial auch auf zecken.uni-hohenheim.de



Das warme und v.a. trockene Klima in Wohnungen ist ideal für
die Braune Hundezecke. Bild: Universität Hohenheim/Katrin Fachet

Sterbliche Überreste der Frau liefern wichtige Hinweise auf die Besiedlung des amerikanischen Kontinents
Ein prähistorisches menschliches Skelett, das auf der Halbinsel Yucatán in Südmexiko geborgen werden konnte, ist mindestens 10.000 Jahre alt und stammt wahrscheinlich aus der letzten Eiszeit, dem späten Pleistozän. Die sterblichen Überreste der etwa 30 Jahre alten Frau hat ein internationales Forscherteam unter Federführung von Geowissenschaftlern der Universität Heidelberg untersucht. Der fossile Fund, dessen Alter mithilfe der Uran-Thorium-Datierung bestimmt werden konnte, liefert wichtige Erkenntnisse für die frühe Besiedlungsgeschichte des amerikanischen Kontinents.

Taucher bergen die sterblichen Überreste der bei ihrem Tod etwa 30 Jahre alten Frau.
Foto: Eugenio Acevez

DLR Göttingen testet Plattform für die Internationale Raumstation ISS
Bartolomeo wurde von Airbus entwickelt
Kommerzielle Nutzer sollen künftig schneller und kostengünstiger Experimente im All durchführen können

Illustration der Nutzlastplattform Bartolomeo Bild: Airbus

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat in Göttingen eine neuartige Nutzlastplattform von Airbus für die Internationale Raumstation ISS vor ihrem Start getestet. Die Forscher untersuchten das Schwingungsverhalten des Bauteiles, um potentiell gefährliche Vibrationen beim Start ins All auszuschließen. Die Bartolomeo genannte Plattform wird gerade bei der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA auf den Start vorbereitet. Sie soll im März von Cape Canaveral aus mit einer Falcon-Rakete von SpaceX ins All starten. Dort wird sie an der Außenseite des europäischen Columbus-Labormoduls der ISS angebracht.

Kommunikationswissenschaftler der Universität Hohenheim analysieren Wahlprogramme auf formale Verständlichkeit und auf populistische Sprache.
Bandwurmsätze mit bis zu 101 Wörtern (AfD), Wortungetüme wie „Diversity-Mainstreaming-Strategie“ (Grüne) und „Check-In/Be-Out-Verfahren“ (SPD) oder Fachbegriffe wie „Aquiferspeicher“ (Grüne) und „Distanzelektroimpulsgeräte“ (FDP): Die Wahlprogramme der Parteien zur Bürgerschaftswahl in Hamburg sind für viele Laien schwer zu verstehen. Das ist das Ergebnis einer Analyse von Kommunikationswissenschaftlern der Universität Hohenheim in Stuttgart. Und: Den größten Anteil populistischen Vokabulars weist das Programm der AfD auf.



Bürgerschaftswahl in Hamburg 2020: Die Wahlprogramme sind
für viele Menschen unverständlich | Bildquelle: Universität Hohenheim


Viele bakterielle Krankheitserreger entwickeln Resistenzen gegen Antibiotika. Bei der Suche nach neuen Therapiestrategien setzen Würzburger Forschungsgruppen auch auf digitale Technologien. Dafür gibt es Millionen vom Freistaat.
Grundlegend neue Ansätze gegen multiresistente Keime entwickeln: Das ist das Ziel des neuen bayerischen Forschungsnetzwerks bayresq.net. Der Freistaat stellt dafür über zehn Millionen Euro zur Verfügung. Forschungsgruppen der Julius-Maximilians-Universität (JMU) Würzburg sind an zwei der sechs geförderten Projekte beteiligt. Sie erhalten in den kommenden fünf Jahren rund 2,7 Millionen Euro.

Dieses Fluoreszenz-Mikroskopiebild zeigt Campylobacter jejuni-Bakterien (grün), die menschliche
Zellen (HeLa) infiziert haben. Die Zellkerne der menschlichen Wirtszellen sind in blau dargestellt
und das Zellskelett (Aktin) in magenta. (Bild: Mona Alzheimer / Universität Würzburg)

Die Wahlerfolge der AfD und die Stärke der Linken verhindern althergebrachte politische Konstellationen
Prof. Dr. Bernd Schlipphak und Prof. Dr. Oliver Treib vom Institut für Politikwissenschaft der Universität Münster kommentieren die jüngsten Geschehnisse im Thüringer Landtag: Ihrer Einschätzung nach beruht das Verhalten der Thüringer CDU und FDP auf nachvollziehbaren strukturellen Motiven, wird jedoch beiden Parteien schaden. Die beiden Politikwissenschaftler sehen die AfD als Hauptgewinnerin.

Prof. Dr. Bernd Schlipphak und Prof. Dr. Oliver Treib vom Institut für Politikwissenschaft der
Universität Münster (v.l.) 
Foto:  IfPol - Matthias Freise

Weltraumsonde erforscht die Heliosphäre unseres Sonnensystems

Am Montag, 10. Februar 2020, um 5:03 Uhr mitteleuropäischer Zeit (9. Februar, 23.03 Uhr Ortszeit) ist die Sonde Solar Orbiter an Bord einer Atlas-V-Trägerrakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida (USA) ins All gestartet.
Ziel der Mission ist es, grundlegende Fragen zur Sonnenphysik zu beantworten, etwa zum Einfluss der Sonne auf die Heliosphäre, zur Entstehung von Sonnenwinden und zur Erzeugung des Sonnenmagnetfeldes.
An sechs der zehn Instrumente auf Solar Orbiter sind vier deutsche Forschungseinrichtungen und Institute beteiligt.


Künstlerische Darstellung der Sonde auf ihrem solaren Zielorbit
Bild:  © DLR.

 

Beziehung zwischen ökonomischem Wert unserer Ökosysteme und Biodiversität
Kann die Biodiversität von Ökosystemen als Produktionsfaktor gesehen werden? Forscherinnen und Forscher unter Federführung der Technischen Universität München (TUM) analysieren, welche ökonomischen Vorteile Land- und Forstwirte haben, wenn sie mit mehreren Arten anstelle von nur einer Art wirtschaften. Auch die Vorteile der Biodiversität für die Gesellschaft werden in einer umfangreichen Literaturstudie in den Blick genommen.

Der Wald ist ein Ökosystem mit vielen verschiedenen Funktionen.
Bild: K. Baumeister / TUM

Ein Exemplar der Asiatischen Hornisse wurde nun in Hamburg-Billbrook gefunden.
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) hat Hamburg erreicht. Erstmals identifizierten Wissenschaftler des Centrums für Naturkunde der Universität zusammen mit Bürgerwissenschaftlern ein lebendes Exemplar in Norddeutschland. Die Studie, die zudem den aktuellen Wissensstand zur Invasion dieser Art zusammenfasst, ist in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins „Evolutionary Systematics“ erschienen.

Ein Exemplar der Asiatischen Hornisse wurde nun in Hamburg-Billbrook gefunden.
Bild: UHH/CeNak/Dalsgaard